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Tagesstätten, Spielgruppen, Kindergärten - erste Schritte in der Welt |
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Kindergarten 1.-2. Klasse 3.-6. Klasse 7.-9. Klasse 10.-12. Klasse
Erste LebensjahreEin Kind ist auf die Welt gekommen. Das Wunder des Lebens beginnt. Das kleine Kind ist offen für alle Eindrücke. Vom ersten Tag an beginnt die Erziehung, und diese ist für die Entwicklung des Kindes entscheidend. Sie prägt seine Gesundheit, sein Selbstvertrauen und seine Lernfähigkeit. Die Beziehung zu den Menschen, die es betreuen, bildet für das Kind die Brücke ins Leben. Geborgenheit, Natürlichkeit, Zuneigung, Rhythmus sind einige der Qualitäten, die das Kind braucht.
Was Sie selbst in der Umgebung des Kindes sind, was das Kind unmittelbar sieht oder hört, darauf kommt es an … Es ahmt die Dinge, die es um sich herum wahrnimmt, nach. Gerade auf die Nachahmungskraft, auf die Wirkung des Beispiels muss man den allergrössten Wert legen.
Rudolf Steiner
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In den ersten drei Lebensjahren lernt das Kind gehen, sprechen und denken. Wichtig ist, wie es das lernt. Alles, was es durch die Menschen und Dinge in seiner Umgebung aufnimmt, prägt sich seinem Wesen ein, gestaltet seinen Körper, formt seine Organe. Das Kind ist für Belehrungen noch unempfänglich, dafür saugt es förmlich auf, was wir ihm vorleben, was wir in seiner Gegenwart denken, fühlen und tun.
Fehler in der Erziehung sind unvermeidlich. Aber wir können vieles richtig machen, wenn wir wissen, was ein Kind in seiner ersten Lebenszeit braucht. Machen wir uns kundig! Das Kind hat in den ersten Lebensjahren seine besonderen Bedürfnisse, denen die Steiner-Pädagogik mit einem eigenen Konzept gerecht wird. Es gibt in unserer Region Kinderhäuser, Spielgruppen und Eltern-Kind-Angebote.
Das Auge will sehen, das Ohr will hören, der Fuss will gehen und die Hand will greifen. Aber ebenso will das Herz glauben und lieben. Der Geist will denken. Es liegt in jeder Anlage der Menschennatur ein Trieb, sich aus dem Zustande ihrer Unbelebtheit und Ungewandtheit zur ausgebildeten Kraft zu erheben, die unausgebildet nur als ein Keim der Kraft und nicht als die Kraft selbst in uns liegt.
Johann Heinrich Pestalozzi | |
KindergärtenDer Rudolf Steiner Kindergarten ist ein Halbtageskindergarten mit Blockzeiten für altersgemischte Kindergruppen im Alter von etwa vier bis sieben Jahren. Im Vorschulbereich der Rudolf Steiner Schulen zielen alle pädagogischen Bemühungen daraufhin, die leibliche, seelische und geistige Gesundheit zu fördern. Sie bildet die Grundlage für die spätere Entwicklung, die Lernbereitschaft und die Bewältigung des Lebens.
Alles zu seiner Zeit
Jedes Kind entwickelt sich einerseits gesetzmässig, andererseits individuell. Das Kind braucht Zeit, um seine Organe richtig auszugestalten. Die an der Organreife wirkenden Kräfte stehen später als Bewusstseins- und Denkkräfte zur Verfügung. Diese Kräfte gilt es für eine optimale Entwicklung zu erhalten und nicht frühzeitig zu erschöpfen, indem sie schon beim kleinen Kind einseitig intellektuell beansprucht werden.
Vorbild und Nachahmung
Im frühen Kindesalter lernt das Kind durch Nachahmung. Es braucht Vorbilder: Menschen, die sich ihm zuwenden und etwas tun, das es nachmachen möchte. Wenn sich die Kindergärtnerin mit Handarbeiten, mit Verrichtungen in der Küche oder im Garten beschäftigt, entsteht eine Arbeitsatmosphäre, die anregend auf das spielende Kind wirkt oder es zum Mittun einlädt.
Sinneserfahrungen
In der Elementarstufe braucht das Kind echte und vielfältige Sinneserfahrungen. Diese bekommt es unter anderem durch Erlebnisse in der Natur. Deshalb führt die Kindergärtnerin ihre Kinderschar häufig ins Freie. Es ist erstaunlich, was die Kinder in der Natur alles entdecken: Baumstrünke, Steine, Wassertümpel werden zu Welten, die sie zu fantasievollen Spielen anregen. Solche Erlebnisse und Erfahrungen in der Natur fördern ein realitätsbezogenes Denken und bilden die Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang mit allem Lebendigen.
Spiel
Dem freien, kreativen Spiel wird viel Zeit eingeräumt. Vollkommene Spielzeuge interessieren die Kinder jeweils nur kurze Zeit. Unfertiges Material wie Hölzer, Steine und Tücher regt sie zu langem, intensivem Spielen an. Eifrig diskutierend, bauen die Kinder Läden, Feuerwehrautos, Spitalzimmer, Puppenhäuser. Diese Art des Spie-lens fördert Fantasie und Eigenaktivität der Kinder.
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Rhythmus und Wiederholung
Die Kinder lieben und brauchen Ereignisse und Aktivitäten, die sich rhythmisch wiederholen. Jeder Tag hat seinen Ablauf: gemeinsame rhythmisch-musikalische Bewegungsspiele, freies Spielen, Znüni zubereiten und essen, künstlerische und handwerkliche Aktivitäten und zum Schluss eine Geschichte oder ein Tischpuppenspiel. Im Wochenverlauf bekommt jeder Tag seine eigene Prägung: zum Beispiel Brotbacken, Eurythmie, Spielen im Wald, Malen. Auch der grosse Rhythmus des Jahres wird beachtet: Die Kinder bereiten die Jahresfeste vor und feiern sie, und die Jahreszeiten erhalten durch besondere Spiele, Aktivitäten und Geschichten ihre Akzente. Solche rhythmischen Wiederholungen verleihen den Kindern Sicherheit und Geborgenheit. Sie wissen, was kommt, und freuen sich darauf. Das fördert ihr Gedächtnis und kräftigt ihren Willen.
Entwicklungsziele
Die Steiner-Schulen setzen sich zum Ziel, die Kinder im Vorschulalter in sieben Bereichen kompetenter zu machen: Bewegung und Körpergefühl, Sinneswahrnehmung, Sprache, Fantasie und Kreativität, soziale Fähigkeiten, Motivation und Konzentration, Gefühl für gut und falsch. Indem das Kind in diesen Bereichen gefördert wird, erlangt es die Schulfähigkeit.
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