Heiner Barz, Professor für Erziehungswissenschaften an der Universität Düsseldorf, und Dirk Randoll, Professor am Institut für empirische Sozialforschung der Alanus Hochschule Alfter, wollten es genau wissen: In einem Kooperationsprojekt befragten sie 620 Ehemalige der Rudolf Steiner Schulen in der Schweiz und veröffentlichten die Ergebnisse in einer Studie.
Rund 80% der Ehemaligen geben den Steiner-Schulen gute Noten und zeigen, dass Steiner Schule alles andere als weltfremd macht. 86% sind der Ansicht, sinnvolles und weiterführendes Wissen erworben zu haben. Ein Drittel absolviert im Anschluss eine akademische Ausbildung, womit die Steiner-Schulen über dem Durchschnitt liegen. 90.5% gaben an, sich regelmässig über das Tagesgeschehen zu informieren. 82% waren mit ihrer Schule zufrieden. Sie fühlten sich im Rückblick von ihren Lehrern Ernst genommen und anerkannt. 81% würden, wenn sie die Wahl hätten, die gleiche Schule wieder besuchen.
Die Studie zeigte aber auch auf, was verbessert werden kann: 67% der Absolventen fanden zum Beispiel, dass Sport, Politik und Sozialwissenschaften in ihrer Schulzeit zu kurz gekommen sind, und 60% gaben an, die Steiner-Schulen seien zu wenig leistungsorientiert.
Für Clemens Diesbergen, Dozent für Erziehungswissenschaften an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz, belegt die Studie vor allem, „dass die Rudolf Steiner-Schulen in der Schweiz sehr viele Bildungsziele gut erreichen. Die Schulen scheinen ihre Schüler wirksam dabei zu unterstützen, ihrem Leben eine sinnvolle, befriedigende Ausrichtung zu geben und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.“
Studie "Bildung und Lebensgestaltung ehemaliger Schüler von Rudolf Steiner Schulen in der Schweiz – Eine Absolventenbefragung" mehr Klischees widerlegt. Interview mit dem Erziehungswissenschaftler Clemens Diesbergen, Beobachter Nr. 13/2007 mehr Sonderheft „Lebenstüchtig – was Ehemalige von Rudolf Steiner Schulen heute machen“ bestellen |